Freitag, 16. Oktober 2015

Beizen von Wolle

  Das Beizen der Wolle 

zum Färben mit Pflanzenfarben

Grundsätzliches zum Beizen und Färben 

Hier erst einmal ein paar Faustregeln für den Umgang mit der Wolle und den
Beiz- und Färbemitteln :
  • Auch wenn es sich um natürliche Substanzen handelt, sollten alle Beiz- und Färbemittel von Kindern fern gehalten werden.
  • Benutzt Gummihandschuhe (Allergien, Hautreizungen, Verfärbungen).
  • Die Wolle darf keinen großen Temperaturschwankungen ausgesetzt werden (vom kalten Wasser direkt ins warme Wasser). Die Wolle würde verfilzen.
  • Auch solltet Ihr die Wolle nicht zu stark bewegen und auswringen, auch das verfilzt die Wolle.

 Warum muss die Wolle gebeizt werden?

Das Beizen ist die Vorrausetzung dafür das die Wollfaser die Farbe annimmt. Während des Beizvorgangs wird die Schuppenschicht der Wolle geöffnet und sie kann die Farbe besser aufnehmen.
Pflanzenfasern besitzen keine Schuppenschicht und nehmen die Farbe nicht so leicht an.
Ich benutze überwiegend Alaun (Kaliumaluminiumsulfat), Weinstein, Essigezens, Natron und Essigsaure Tonerde. Essigsaure Tonerde kann man selber herstellen. Ihr könnt sie auch in der Apotheke kaufen. In der Apotheke bezahlt Ihr deutlich mehr. Hier kaufe ich nur wenn ich es ganz eilig habe. Generell bestelle ich die Zutaten (Alaun, Weinstein, Pflanzenfarbstoffe) in Shops die Pflanzenfarben und Wollfasern anbieten.

Was braucht Ihr an Material ?

  • Ihr braucht mind. 2 Töpfe aus Emaille oder Edelstahl. Sie sollten ein Fassungsvermögen von mind. 6 - 10 Liter haben. Es kommt immer darauf an wieviel Wolle Ihr färben möchtet. Ich habe meine Töpfe vom Trödelmarkt.
  • Mind. 2 Kochlöffel aus Holz oder Kunststoff.
  • Einweghandschuhe
  • Alaun (findest Du im Internet oder versuch es in der Apotheke), 15g pro 100g Wolle Trockengewicht
  • Essigezens
  • Olivenöl ( nach dem Färben)
  • Eventuell Weinstein und Eisensulfat (zum expremitieren)
  • 1-2 Schüsseln
  • Wasser, am besten ist Regenwasser. Ich habe aber nicht immer soviel Regenwasser, da ich keine Möglichkeit habe es aufzufangen. Deswegen benutze ich Leitungswasser.


    Die Warmbeize mit Alaun


     Die benötigte Menge Alaun lösst Ihr komlett in lauwarmen Wasser auf und gebt sie in den Topf mit der benötigten Wassermenge (ca.4 Liter). Das Wasser sollte handwarm sein.
    Dann gebt Ihr die Wolle hinzu und drückt sie immer leicht ins Wasser bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Denkt dran, keine hastigen Bewegungen und Gummihandschuhe !
    Nun stellt Ihr den Topf auf den Herd bis das das Ganze leicht köchelt (nicht kocht).
    Ihr müsst es immer wieder leicht bewegen, damit die Beize sich schön auf die Wolle verteilt. Die Wolle muss jetzt ca. 1 Stunde so weiter köcheln und Ihr müsst sie immer wieder etwas bewegen. Denkt auch daran, dass der Topf am Boden heißer wird als Oben.
    Ist die Zeit erreicht, kühlt Ihr die Wolle langsam ab. Am besten über Nacht.
    Danach wird die Wolle ausgewaschen und kann gefärbt werden.

     

     Die Kaltbeize 

    Die Kaltbeize ist sehr viel schonender für die Wolle, dauert aber etwas länger. Hierfür lösst Ihr die benötigte Menge von 150g Alaun in Wasser auf, gebt 100 ml Essigezens und 50 g Waschsoda Natron) dazu. Das ganze füllt Ihr mit 5 Liter Wasser auf und legt die Wolle, wie bei der Warmbeize beschrieben, hinein. Nun bleibt die Wolle mind. 1 Tag liegen. Ich lasse meine Wolle immer 2-3 Tage in der Beize.
    Danach wird sie Ausgewaschen und kann gefärbt werden. Die Beize braucht Ihr nicht wegschütten. Sie kann mehrmals verwendet werden. 
    Eine andere Art der Katbeize ist nur mit Essigezens. Diese Beize ist nicht sehr stark und die Farbergebnisse werden, meiner Erfahrung nach, nicht so kräftig.

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